Ilex Crenata ist botanisch eine völlig andere Pflanze, aber optisch absolut der Doppelgänger des Buchsbaums.
Das Buchsbaumsterben durch Zünsler und nachfolgende Pilzinfektionen hat den resistenten Ilex Crenata also ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt.
Sieht aus wie Buchsbaum. Ist aber keiner. Auch wenn er manchmal als Buchsbaumblättrige Stechpalme bezeichnet wird.
Hier geht es um die Unterschiede. Und warum das keine Nebensächlichkeiten sind.
Inhalt
- Ilex Crenata botanisch
- Ilex Crenata: Die besten Sorten für den Garten
- Ilex Crenata Dark Green
- Ilex Crenata Convexa
- Ilex Crenata Glory Gem
- Ilex Crenata Fastigiata
- Welche Ilex Crenata ist die beste?
- Ilex Crenata pflanzen und pflegen
- Ilex Crenata als Neophyt
- Ökologische Einordnung: Warum die japanische Stechpalme im europäischen Garten keinerlei Nutzen für die Tierwelt hat
- Die „grüne Wüste“ im Kleinen
- Kahlschlag unter der Wurzel: Das Problem für das Bodenleben
Ilex Crenata botanisch
Die Japanische Stechpalme (Ilex crenata) ist ein immergrüner, langsam wachsender Kleinstrauch, der ursprünglich aus Ostasien (Japan, Korea, Sachalin) stammt.
Kleinstrauch bedeutet, dass er ungeschnitten bis zu vier Meter hoch werden kann, sich aber problemlos durch Schnitt klein halten lässt.
Während viele beim Namen „Stechpalme“ an dornige Blätter denken, ist mit der Bezeichnung die Zugehörigkeit zur botanischen Gattung der Stechpalmen (Ilex) gemeint.
Laub und Unterschied zum Buchsbaum: Das Laub der Ilex Crenata bildet keine Dornen oder Stacheln aus. Die Blätter sind klein (ca. 1–3 cm), eiförmig bis rundlich und meist fein gekerbt. Ein markantes Erkennungsmerkmal vieler Sorten sind die löffelartig gewölbten Blätter, weshalb sie oft auch als Löffel-Ilex oder auch Buchsbaumblättriger Ilex bezeichnet wird.
Im Gegensatz zum Buchsbaum (Buxus), dessen Blätter paarweise gegenüberstehen, ist die Blattstellung bei Ilex Crenata jedoch wechselständig. Dies ist das sicherste botanische Merkmal zur Unterscheidung.
Blüte und Frucht: Zwischen Mai und Juni erscheinen unauffällige, weiße Blüten. Aus ihnen entwickeln sich im Herbst glänzende, tiefschwarze Steinfrüchte. Diese sind für Menschen giftig und, im Gegensatz zum heimischen Ilex, für unsere Vögel kaum von Interesse.
Wuchsbild: Die Pflanze wächst strauchförmig, extrem dicht und kompakt. Je nach Sorte reicht das Spektrum von straff aufrecht (Säulenform) bis hin zu breit-buschig, was sie ideal für den Formschnitt macht.
Wurzelsystem: Als typischer Flachwurzler reagiert Ilex crenata empfindlich auf Bodenverdichtung und starke Trockenheit, was bei der Standortwahl in mitteleuropäischen Gärten beachtet werden muss.
Ilex Crenata: Die besten Sorten für den Garten
Um Verwirrung vorzubeugen: Ilex ist die Gattung, Ilex Crenata (Japanische Stechpalme) ist die Art, und von dieser Art gibt es diverse Sorten, um die es jetzt geht.
Die Ursprungsart Ilex Crenata ist natürlich entstanden, die Sorten wurden gezüchtet, um spezielle Eigenschaften hervorzubringen.
Je nachdem, wo man pflanzen möchte, je nachdem, welche Eigenschaften die Pflanze haben soll, eignen sich unterschiedliche Sorten.
An eine Zwei Meter hohe Hecke werden andere Ansprüche gestellt als an eine niedrige Beeteinfassung oder ein perfekt geschnittenes Formgehölz. Ilex Crenata bedient alle diese Ansprüche, aber in unterschiedlichen Sorten.
Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie einen humosen, leicht sauren Boden benötigen. Auf kalkhaltigem Boden wachsen sie nur schlecht, werden krank oder gehen gleich ein.
Das kann ein Problem werden, wenn man einen Ersatz für den Buchsbaum sucht. Denn der spielt auf kalkhaltigem Boden seine Stärke aus.
Wo vorher Buchsbaum gut gewachsen ist, wächst Ilex crenata heute wahrscheinlich gar nicht so gut. Auch wenn er zum Verwechseln genauso aussieht.
Bevor man also in die Sortenvielfalt geht, sollte man das Bodenproblem gelöst haben. Es wird weiter unten noch thematisiert.
In Deutschland und Mitteleuropa sind vor allem vier Sorten von Ilex Crenata weit verbreitet. Sie kommen gut mit unserem Klima zurecht und passen sich in unsere Gärten ein.
- Ilex Crenata Dark Green
- Ilex Crenata Convexa
- Ilex Crenata Glory Gem
- Ilex Crenata Fastigiata
Während es noch mehr Sorten gibt, sind diese vier problemlos zu bekommen, wachsen in Deutschland und Mitteleuropa gut.
Ilex Crenata Dark Green
Oft angeboten als Ilex Dark Green, was zu Verwirrung führen kann, wenn die Artbezeichnung fehlt.
Wenn man nicht weiß, welche Sorte man kaufen soll, ist man mit Dark Green gut bedient.
Dark Green wächst kräftig, aufrecht und sehr dicht. Ist winterhart und schnittfest.
Dark Green sieht dem Buchsbaum zum Verwechseln ähnlich, man muss sehr genau auf die Details (wechselständige Blätter) gucken, um sie auseinander zu halten.
Wenn man den Schnitt vergessen hat, kann man ihn problemlos nachholen, auch Schnitte bis weit ins alte Holz werden problemlos vertragen.
Anders als Buchsbaum ist diese Art allerdings besser für nicht ganz so niedrige Einfassungen geeignet. Wenn es wirklich nur 15 cm hoch werden soll, wählt man besser eine andere Sorte.
Aber wenn die Hecke 50 oder 60 cm hoch werden soll, dann ist Ilex Crenata Dark Green sehr gut geeignet.
Ilex Crenata Convexa
Ilex Convexa ist der Löffel-Ilex. Die Form der Blätter erinnert an umgedrehte Löffel.
Der Kleinstrauch wächst ausladend in die Breite, weniger in die Höhe. Deshalb eignet er sich für niedrige, breite Einfassungen, aber auch als Bodendecker unter Bäumen und Gehölzen.
Der Wuchs ist dicht, aber etwas lockerer, unregelmäßiger als Dark Green. Die Pflanze ist absolut winterhart, auch für extreme Lagen geeignet.
Von allen Ilex-Crenata-Sorten verträgt sie Trockenheit vielleicht am besten, auch wenn sie es wie alle Vertreter dieser Art, lieber feucht mag.
In egal welche Form geschnitten kann man auch diese Sorte auf den ersten und auch auf den zweiten Blick mit dem Buchsbaum verwechseln.
Ilex Crenata Glory Gem
Ilex Glory Gem wächst extrem langsam, was ihn zum Spezialisten für Formschnitte und niedrige Einfassungen macht.
Die typische Buchsbaum-Anwendung, die nur wenige Zentimeter hohe Beeteinfassung, lässt sich am besten mit Glory Gem realisieren.
Der Wuchs ist sehr kompakt, gedrungen und dicht. Formschnitte mit kleinteiligen Details sind möglich, auch ohne dass man ständig nachschneiden muss.
Auch Glory Gem sieht aus wie Buchsbaum, nur die Farbe des Laubes ist vielleicht etwas heller. Sehr kleine Blätter, insgesamt ein filigraner Eindruck.
Glory Gem ist für Formschnitte jeglicher Art geeignet, nicht so sehr dafür, einfach nur vor sich hin zu wachsen.
Ilex Crenata Fastigiata
Ilex Fastigiata wächst straff aufrecht, bleibt schmal und säulenförmig. Sozusagen das Gegenteil von Ilex Convexa.
Ilex Fastigiata wird auch als Japanischer Säulenilex bezeichnet. Man sollte sich nicht verwirren lassen, es ist eine Sorte von Ilex Crenata.
Diese Sorte wächst schmal, bleibt schmal und wächst dafür in die Höhe. Wenn man die Höhe wünscht, braucht man nicht zu schneiden.
Sie kann bis zu 2 Meter hoch werden, ist ideal als immergrüner, platzsparender Sichtschutz. Geeignet als Hecke, aber auch als einzelne Solitäre, die dann die Architektur des Gartens auffällig prägen.
Wer wenig Platz hat, kann Fastigiata auch im Kübel pflanzen.
Welche Ilex Crenata ist die beste?
Wie immer kommt es drauf an. Wenn es die eine, allerbeste Sorte geben würde, würde es die anderen bereits nicht mehr geben.
Wer einen Buchsbaumersatz sucht, ist grundsätzlich mit Ilex Crenata gut bedient.
Leider ist der Japanische Ilex keine heimische Pflanze, was einige Nachteile mit sich bringt, um die es gleich noch gehen wird.
Wenn man sich aber für Ilex Crenata entschieden hat, weil der Buchsbaum dem Buchsbaumzünsler zum Opfer gefallen ist, dann ist Dark Green fast immer die Sorte der Wahl.
Wenn man nicht regelmäßig schneiden möchte, dann ist Convexa für niedrige, breite Wuchsformen die Sorte der Wahl und Fastigiata für hohe, schmale Wuchsformen. Beide Sorten muss man nicht unbedingt schneiden, kann man aber.
Wenn es um exakt geschnittene, sehr niedrige Einfassungen oder um Ersatz für akkurat geschnittene Buchsbaumkugeln geht, dann ist Glory Gem die Sorte der Wahl.
Ilex Crenata pflanzen und pflegen
Ilex Crenata sieht wunderschön aus und ist in optischer Hinsicht der perfekte Buchsbaum-Ersatz. Aber er ist keine heimische Pflanze, und deshalb gibt es so einige Tücken zu beachten.
Wer eine pflegeleichte Pflanze sucht, die man setzt, vielleicht mal gießt, und sonst nichts weiter, der wird vermutlich nicht lange Freude an seinem Japanischen Ilex haben.
Wer sich für Ilex Crenata entscheidet, weil der Buchsbaum dem Buchsbaumzünsler zum Opfer gefallen ist, der wird ihn vermutlich genau dahin pflanzen wollen, wo vorher der Buchsbaum stand.
Das geht, aber nur mit Vorarbeit. Denn die Bodenansprüche der beiden Pflanzen sind sehr gegensätzlich. Buchsbaum liebt Kalk, Ilex Crenata bevorzugt dagegen leicht saure Böden mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und maximal 7,0. Besser ist, wenn er nicht höher als 5,5 ist.
Das bedeutet, erst messen, dann pflanzen. Und höchstwahrscheinlich stehen dann zwischen messen und pflanzen noch umfangreiche Maßnahmen, um den Ph-Wert des Bodens abzusenken, ihn saurer zu machen.
Einfach nur dorthin pflanzen, wo vorher Buchsbaum stand, ist ein ziemlich sicherer Weg zu gelben Blättern, mickrigem Wuchs und eingehenden Pflanzen.
Denn in einem Boden mit hohem pH-Wert kann die Pflanze kein Eisen aufnehmen (Eisenchlorose), was zu den typischen gelben Blättern mit grünen Adern führt.
Die einfachste Maßnahme ist, die Pflanzlöcher sehr großzügig auszuheben und den Boden mit Rhododendron-Erde oder Moorbeet-Erde aufzufüllen.
Diese wird meistens aus Torf hergestellt. Um die Moore und damit unsere Lebensgrundlagen nicht noch mehr zu belasten, ist torffreie Erde unbedingt zu bevorzugen.
Der Ph-Wert sollte auch weiterhin regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr gemessen werden, damit man frühzeitig reagieren kann und nicht erst durch gelbe Blätter auf notwendige Maßnahmen hingewiesen wird.
Wenn der Ilex mal gepflanzt ist, braucht er immer noch regelmäßige Pflege.
Er braucht nur wenig Dünger, aber auch hier sollte man keinen Universaldünger wählen, sondern Spezialisten für saure Bodenverhältnisse.
Man muss regelmäßig gießen, denn Ilex Crenata reagiert empfindlich auf ausgetrocknete Böden. Staunässe muss auf der anderen Seite aber auch vermieden werden.
Kalkhaltiges Leitungswasser ist als Gießwasser ungeeignet, man sollte also Regenwasser speichern, um den Ilex artgerecht kalkfrei gießen zu können.
Da der Ilex immergrün ist, verdunstet er auch im Winter Wasser, muss also an trockenen Tagen gegossen werden. Ilex erfriert nicht, aber er kann im Winter vertrocknen.
Ilex Crenata ist ein Flachwurzler, deshalb sollte man den Boden in der Umgebung nicht hacken, sondern zur Unkrautbekämpfung besser mulchen. Holz, Rinde oder Laub sind geeignete Mulchmaterialien, die das saure Milieu erhalten.
Die meisten Sorten von Ilex Crenata müssen regelmäßig geschnitten werden. Es passiert natürlich nichts, wenn man es nicht tut, aber die elegante Optik weicht dann recht schnell einem Wildwuchs.
Bei der Form, in die man seinen Ilex schneidet, hat man die freie Wahl. Alles ist möglich, die Pflanze macht es dankbar mit.
Der ideale Zeitpunkt für den Formschnitt ist Ende Mai bis Anfang Juni (nach dem ersten Austrieb) und ein zweiter Korrekturschnitt im August.
Wenn die Hecke nach Jahren von unten verkahlt, ist ein radikaler Regenerationsschnitt möglich. Man kann ohne Probleme bis weit ins alte Holz schneiden, der Ilex treibt zuverlässig wieder aus.
Alles in allem ist Ilex Crenata eine arbeitsaufwendig Pflanze.
Wer vorher einen pflegeleichten Buchsbaum hatte, findet jetzt vielleicht die Entscheidung für einen Ilex Crenata doch nicht mehr so naheliegend, obwohl die Pflanzen vom Aussehen her kaum zu unterscheiden sind.
Die Nachteile resultieren aus der Tatsache, dass Ilex Crenata keine heimische Pflanze ist. Und aus dieser Tatsache ergeben sich sogar noch mehr, weniger offensichtliche, Nachteile.
Ilex Crenata als Neophyt
Ilex Crenata stammt aus Ost-Asien, ist also keine heimische Pflanze, sondern ein Exot. Da die Pflanze erst im 19. Jahrhundert eingeführt wurde, ist sie auch ein Neophyt. Bisher gehört sie noch nicht zu den Problemfällen, zu den invasiven Neophyten. Aber der Klimawandel kann das ändern.
Und auch in unseren Gärten hat sie keinerlei ökologischen Nutzen für die heimische Tier- und Pflanzenwelt.
Zum Vergleich gibt es den heimischen Ilex Aquifolium, die von den Bodenansprüchen über die Klima-Anpassung bis zur nahtlosen Integration in die heimische Flora und Fauna exakt an den Standort angepasst ist und dort nicht einfach Platz wegnimmt, sondern hochgradig nützlich ist.
Ökologische Einordnung: Warum die japanische Stechpalme im europäischen Garten keinerlei Nutzen für die Tierwelt hat
Wer seinen Garten nach ökologischen Kriterien gestaltet, schaut nicht nur auf das satte Grün, sondern fragt nach dem Nutzen für die heimische Tierwelt.
Hier muss man bei Ilex crenata realistisch sein: Botanisch gesehen ist sie in unseren Breitengraden eine reine Zierpflanze ohne ökologischen Mehrwert.
Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Fehlende Co-Evolution
- Keine Bienenweide
- Beeren sind keine Nahrung für heimische Vögel
- Nutzlos für Raupen heimischer Schmetterlinge
- Negativer Einfluss auf das Bodenleben
Das Hauptproblem liegt in der Herkunft. Während die heimische Stechpalme (Ilex aquifolium) über Jahrtausende eine Symbiose mit unserer Fauna eingegangen ist, fehlt der Ilex crenata diese gemeinsame Geschichte. Sie stammt aus Ostasien und ist hier ein Fremdkörper im Ökosystem.
Keine Bienenweide: Die winzigen, weißen Blüten der Japanischen Stechpalme erscheinen im Frühsommer. Doch wer auf das Summen von Wildbienen oder Schwebfliegen hofft, wird meist enttäuscht. Ihr Nektarwert für hiesige Bestäuber ist verschwindend gering.
Beeren ohne Abnehmer: Die kleinen, schwarzen Steinfrüchte sind für uns Menschen giftig. Viele Vögel könnten sie theoretisch genießen.
In der Praxis zeigt sich jedoch, dass sie das nicht tun. Heimische Singvögel wie Amseln oder Rotkehlchen ignorieren die Früchte der Ilex crenata meist völlig, solange sie Beeren der heimischen Stechpalme, der Eberesche oder des Weißdorns finden.
Kein Futter für Schmetterlinge: Viele heimische Falter sind auf ganz bestimmte Futterpflanzen angewiesen. Die Japan-Stechpalme steht bei keiner der hiesigen Raupenarten auf dem Speiseplan.
Die „grüne Wüste“ im Kleinen
In der modernen Gartenplanung wird Ilex crenata oft als „grünes Bauelement“ (ähnlich wie eine Mauer) für den Formschnitt genutzt.
Das ist gestalterisch legitim, führt aber dazu, dass im Garten wertvolle Flächen verloren gehen, die eigentlich Nahrung und Lebensraum bieten könnten.
Ein Garten, der ausschließlich auf solche Exoten setzt, wird zur „grünen Wüste“, also optisch ansprechend, aber biologisch leblos.
Naturliebhaber sollten Ilex Crenata also nur sparsam im Garten verwenden. Und dann an anderer Stelle einen ökologischen Ausgleich schaffen, zum Beispiel mit Ilex Aquifolium.
Dieser Ilex bietet dornigen Schutz für Brutplätze und die lebenswichtigen roten Beeren für unsere Vögel im harten Winter. Zusätzlich ist er eine wertvolle Bienenweide.
Weitere Unterschiede zwischen heimischem und exotischem Ilex zeigen sich unter der Erdoberfläche.
Kahlschlag unter der Wurzel: Das Problem für das Bodenleben
Die ökologische Isolation des Ilex crenata setzt sich unter der Erdoberfläche fort. Da die Pflanze zwingend ein saures Milieu benötigt, wird im Garten oft mit Torf nachgeholfen.Das schafft für nützliche Bodenbewohner wie den Regenwurm ein lebensfeindliches Umfeld.
Zudem erweist sich das harte, wachsartige Laub für unsere heimischen Mikroorganismen als nahezu „unverdaulich“. Anstatt zu wertvollem Humus zu werden, bleibt das Laub als isolierende Schicht liegen und unterbricht den natürlichen Nährstoffkreislauf. So bleibt das Erdreich unter der Japanischen Stechpalme oft eine biologisch tote Zone.
Im Gegensatz dazu ist Ilex Aquifolium an heimische Standorte und heimisches Klima angepasst, braucht keinerlei standortverbessernde Maßnahmen. Als Tiefwurzler muss er für gewöhnlich nicht gegossen werden, auch nicht bei extremer Trockenheit. Ilex Aquifolium ist perfekt integriert in alle Lebensformen rund um ihn herum.
Er sieht vielleicht ein bisschen anders aus, aber vielleicht kann Ilex Aquifolium als Buchsbaumersatz dienen?
| Buchsbaum | Japan-Ilex | Heimische Stechpalme | |
| Herkunft | heimisch | Exot (Ostasien) | heimisch |
| Gesundheit | Buchsbaum-Zünsler | keine Probleme | äußerst robust |
| Boden | kalkliebend | braucht sauren Boden | anpassungsfähig |
| Wasserbedarf | mittel | hoch | verträgt Trockenheit |
| Boden-Ökologie | gut integriert | Fremdkörper | fördert gesundes Bodenleben |
| Bienenweide | wertvoll | wertlos | sehr wertvoll |
| Winterfutter für Vögel | nein | nein | sehr begehrt |
| Brutraum für Vögel | eher nein | nein | optimal |
| Klimaresilienz | mittel | gering | Gewinner |
Im direkten Vergleich zeigt sich, dass der Buchsbaum unter Schädlingen leidet und die Japanische Stechpalme (Ilex crenata) zwar fast genauso aussieht, aber ökologisch eine Sackgasse darstellt.
Wer zukunftssicher und naturnah gärtnern möchte, muss einsehen, dass Buchsbaum der Vergangenheit angehört. Und auch, dass Ilex Crenata nicht wirklich eine zukunftssichere Alternative ist. So schön sie aussieht, sie ist nicht heimisch, und das bringt eine Reihe von Nachteilen ökologischer Art mit sich.
Die Alternative ist die Heimische Stechpalme (Ilex aquifolium), die Klimaresilienz mit höchstem Nutzen für Vögel, Insekten und das Bodenleben vereint.

